Max Reger (1873-1916)

Kammermusik


Quintett für Klavier und Streichquartett op. 64

[1] Con moto ed agitato
[2] Vivace
[3] Lento addorolorato e con gran afetto
[4] Allegro risoluto

Sonate für Violoncello und Klavier op. 116 Nr. 4

[5] Allegro moderato
[6] Presto
[7] Largo
[8] Allegretto con grazia

Kolja Lessing , Klavier
Michael Groß , Violoncello
Parnassus Akademie

Etcetera KTC 1562 (2016)


Stimmen zur Aufnahme

Max(imal)Reger. Die vorliegende CD, gegen Ende des gerade vergangenen Reger-Gedenkjahres erschienen, setzt dem – glücklicherweise auch diskographisch ergiebigen – Jubiläum zum guten Schluss gewissermassen die Krone auf. Die Musiker präsentieren die Kompositionen vor allem auch auf einem spieltechnischen und interpretatorischen Niveau, das einfach nur staunen macht. Die Kritik, die diesem maximal polyphonen Werk [Klavierquintett] anhängt, wischen die Musiker derart souverän beiseite, dass es eine wahre Freude ist. So unglaublich spielfreudig und lustvoll, so meilenweit entfernt von aller schwitzenden Akkordarbeit hat man das Werk noch nie gehört. Und die Cellosonate? Öffnet unter den Händen von Groß und Lessing ihre geheimsten Schatzkammern! Maximale Punktzahl! (Burkhard Schäfer, Musik und Theater, April 2017)

«Regers zweites Klavierquartett ist ein Brocken, der Ausführende und Publikum gleichermaßen viel abverlangt. Kolja Lessing und seine Mitstreiter kämpfen sich bravourös durch das expressionistisch wuchernde Stimmendickicht und die ständige emotionale Hochspannung.« (Fono Forum, Mai 2017)

»Ziemlich geräuschlos ist 2016 das 100. Sterbejahr Max Regers an der Musikwelt vorbeigegangen, dem deutschen Komponist, der als Visionär bekannt ist, obwohl er fest in der Tradition verwurzelt war. Das hört man auch in seinem Klavierquintett: vor allem Brahms scheint ihm über die Schulter zu schauen, aber die harmonische Komplexität und tonale Verdichtung sind um ein Vielfaches höher. Dies kann dem ahnungslosen Zuhörer etwas überspannt vorkommen. Der eingeweihte Hörer wird fasziniert sein von der ungeheuer intensiven motivischen Konzentration. Die Musiker dieser Aufnahme sind so intelligent, das Con moto ed agitato des Eröffnungssatzes nicht zu übertreiben: bei einem zu hohen Tempo ginge zu viel Schönes verloren. Das deutliche Ausspielen scheint ihre Devise zu sein, mit einer überzeugenden Gedankeneinheit und der entscheidenden Übersicht für die Rollenverteilung. Mitreißend erzählt ist auch die Cellosonate, worin sich darüberhinaus ein intelligenter Dialog zwischen den beiden Spielern entspinnt. Tonlich herausragend klingt das Cello von Michael Gross, der besonders den letzten Satz sehr treffend zu charakterisieren weiß.«(Luister, April 2017)

»Der Ansatz der Parnassus Akademie ist sehr romantisch. Die sinnliche Art und Weise, wie die vier Streicher die Eröffnungstakte zusammenfassen, ihre Portamentos und ihr reicher Klang, lassen schnell alle dagewesenen Vorurteile über Regers Kontrapunktik vergessen und gleichzeitig wird in den Schlusstakten des Quintetts ein echtes Sonnenuntergangsglühen geschaffen. Das Gleichgewicht von Klavier und Streichern ist realistisch eingefangen, und Lessing ist besonders beredt in den kürzeren Passagen – zum Beispiel beim kreieren eines magischen Schlafzauberes am Ende des zweiten Satzes. Das Quintett ist hier die große Geschichte, und das kann ohne Zögern empfohlen werden.« (Gramophone, Mai 2017)

»… Ihre wunderbare CD mit den beiden so sinnvoll zusammengestellten Werken op.64 und op.116, die ich beide besonders liebe, auch wenn das Quintett zumindest im ersten Satz eine Herausforderung an den Hörer stellt, für die ihn das hochemotionale Lento addolorato mit dem, wie Sie es so schön beschreiben, ›Präludium‹ des unglaublich burlesken Scherzo voll entschädigt. So wie Sie und Ihre Kollegen muss man das Werk auch spielen.

Die Cellosonate hat es da schon einfacher. Ihre Aufnahme mit Michael Groß überzeugt mich sehr – es ist ein wunderbares Werk.« (Susanne Popp vom Max Reger Institut in einem Brief an Kolja Lessing im November 2016)

»Ich bin wirklich überwältigt: tiefer auslotende und bis in jedes Detail durchgestaltete Wiedergaben dieser beiden grossen Werke kann ich mir schlichtweg nicht vorstellen. Die Sonate hat mich völlig in den Bann gezogen; das Fragende, schon im Beginn thematisch eindrücklich, das oftmals geradezu Verdämmernde, ist genial realisiert; ein wahrer Glücksfall ist der Cellist Michael Groß, der sein instrumentales Können, seinen schönen Klang völlig in den Dienst des musikalischen Ausdrucks stellt und einen so mit Kolja Lessing übereinstimmenden Mitgestalter gefunden hat.« (Karlheinz Schneeberger †)


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